Fish happens
19 | 02 | 2021 DiversesText: Ruben Rod 0354
19 | 02 | 2021 Diverses
Text: Ruben Rod 0 354

Fish happens

«Petri-Heil» stellt hier Situationen am und auf dem Wasser mit einem Augenzwinkern vor. Vielleicht findest Du Dich oder Deine Kollegen (zumindest teilweise) auch darin wieder.


Wozu der ganze Kram?

Auf geht es ans Wasser! Von vornherein ist klar, dass ich nicht mit leeren Händen zurückkommen werde. Schliesslich habe ich eine Handvoll Ruten, die Fischertasche mit allerlei Zubehör und noch eine Köderbox zu schleppen. Am Ende des gelungenen Fischertages geht es ein bisschen schwerer heim, ist es doch gelungen, eine gute Mahlzeit zu überlisten. Aber womit habe ich eigentlich die ganze Zeit gefischt? Wenn ich es mir genau überlege, waren bloss meine Lieblingsrute und zwei Köder meines Vertrauens im Einsatz. Und das eigentlich auch nur, weil einer abgerissen ist. Der Tag wäre nicht anders gelaufen, hätte ich nur diese eine Rute und die zwei Gummis dabeigehabt. Ich nehme mir vor, nächstes Mal möglichst unbeschwert ans Wasser zu gehen und auf den restlichen Kram zu verzichten. Als ich mein Fischzeug schliesslich auf das Wesentliche beschränken will, passiert es: Das Kopfkino geht los. Was, wenn ausgerechnet diesmal die grosse Jagd an der Oberfläche stattfindet und ich endlich den ersehnten Biss mit dem Oberflächenköder erleben könnte? Oder wenn an der Schilfkante der grosse Meterhecht vom letzten Jahr steht, den ich mit dem teuren handgemachten Jerkbait auf Sicht durch meine Polbrille anwerfen könnte? Oder sollte ich neben der schweren Hechtrute doch nicht auch die ultrafeine Dropshot-Rute mitnehmen, falls die Egli zickig sind? Ich kann mich nicht entscheiden und packe schliesslich für alle Eventualitäten ein. Manchmal ist weniger doch nicht mehr – und ich fische die eine Rute
und den Lieblingsköder entspannter, wenn ich den ganzen Rest auch dabeihabe.


Warum sie nicht beissen

Sie beissen nicht. Nichts ist zu machen. Vergeblich werden Stellen und Köder gewechselt, ohne dass sich daran etwas ändert. Ratlosigkeit macht sich breit. Was ist bloss mit den Fischen los?! Unter den Fischerkollegen kursieren verschiedene Theorien. Mal ist die Bise schuld, dann wieder der Föhn. Oder der Luftdruck schlägt ihnen auf den Magen, ob fallend oder steigend. Und dann gibt es ja noch die Mondphasen. Und was ist mit den Wassertemperaturen? Die Sprungschicht könnte sich verschoben haben und das Wasser ist ohnehin viel zu warm für diese Jahreszeit. «Schon gehört vom neuen Plankton und den asiatischen Muscheln?», meint James. «Nein, darum gehts nicht», widerspricht Kollege Samuel und weist auf den Nährstoffmangel und die Pestizide im See hin. «Kein Wunder sind die Fische weg, die haben ja nichts mehr zu fressen hier!». Wenn man mal begonnen hat mit der Suche nach den Gründen, fallen einem plötzlich auch die Schwimmer der Berufsfischer wieder auf. Diese Netze sind sicher neu, da hat man doch noch nie welche gesehen! Als ob das nicht genug wäre, fliegt auch noch eine Schar Kormorane über das Wasser.

Und plötzlich ist der Spuk vorbei und die Ruten krümmen sich wieder. Was sind wir doch für gute Fischer mit dem richtigen Riecher! – klopfen wir uns auf die Schultern. Aber warum beissen sie denn eigentlich? Wenn es gut läuft, machen wir uns darüber keine Gedanken.


Fortsetzung folgt ...

 

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