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| 09 | 02 | 2026 | Reisen | |
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In der Karibik auf sonnendurchfluteten Mangrovenflats Bonefish zu jagen, davon habe ich schon immer geträumt. Im letzten Jahr habe ich mir das kostspielige Abenteuer auf Kuba gegönnt. Und das nächste Mal kann ich kaum erwarten!
Es ist ein ruhiger, heller Morgen. Weil kein Wind weht, steht uns schon um 10 Uhr der Schweiss auf der Stirn. Guide Yariel steht auf dem Podest über dem Heck des weissen Flat Skiffs und schiebt uns mit einem mehrere Meter langen Carbonstab wie ein venezianischer Gondoliere über das Wasser. Es ist glasklar, keinen halben Meter tief und steigt gerade. Mit der Flut sollten hungrige Bones aus der Tiefe zum Krebse- und Garnelenjagen ins Flachwasser kommen. An der 8er-Fliegenrute mit Schwimmschnur und konischem 10-Pfund-Vorfach habe ich ein leichtes, hellbeiges Garnelenmuster geknüpft. Yariel, mein Sohn Aaron und ich starren aufs Wasser und suchen nach Zeichen: einer Schwanzflosse, die beim Fressen aus dem Wasser ragt, dem Schatten eines Bones auf dem hellen Schlamm oder einer Bugwelle. Rechts von uns liegt ein junger, saftig hellgrüner Mangrovenwald, der etwa einen Meter aus dem Wasser ragt. Herrlich!
Bonefishing ist wie Pirschjagd. Man sucht aktiv die scheue Beute, deren silbrige Körper man über dem hellen Grund fast nicht sieht, und der Wurf muss so präzise sein wie ein tödlicher Schuss: nicht zu nah am Fisch, sonst erschrickt er und flieht, und auch nicht zu weit entfernt, damit er die kleine Fliege entdeckt. Ich glaube, es gibt keine Art des Angelns, die mehr von einem verlangt. Und keine, die cooler ist.
Ich sehe den Fisch, noch bevor Yariel «Bonefish, 10 o‘clock, forty yards» sagt. Es ist ein grosser Bone, noch zu weit entfernt für einen Wurf, doch er kommt schnell näher. Er wirkt entschieden, als hätte er ordentlich Kohldampf. Ich beginne zu werfen, drei Leerwürfe, dann schiesst die Schwimmschnur übers Flat. Ein leises Plopp, und die Fliege sinkt etwa zwei Meter vor dem Fisch zum Grund. «Wait!», sagt Yariel leise und bestimmt. «Now strip! Strip!» Ich strippe, und sofort entdeckt der Bone die Fliege. Ich starre auf das Garnelenmuster, sehe den Bone, wie er hinterherschwimmt, und dann ist die Fliege weg – Anhieb, und auf einmal geht die Post ab. «Bsssss» macht die Bremse, und Meter um Meter der Fliegenschnur verschwindet von der Rolle. «Bsssssssss!»
«Good, very good!», sagt Yariel zufrieden. Und ich bin stolz wie ein Schüler. Und aufgeregt wie bei einer lebensentscheidenden Prüfung. Der Bone zieht ins Freiwasser, es gibt keine Hindernisse, ich lasse ihn ziehen, etwas anderes kann man bei diesen Kraftpaketen eh nicht tun. Längst ist die Fliegenschnur in der Karibik verschwunden, und mit ihr sicher fünfzig, sechzig Meter Backing. Und es geht noch weiter! Als der Fisch stoppt, sind sicher 100 Meter draussen. Jetzt schwimmt der Fisch auf mich zu, und ich kurble wie ein Verrückter. Bis er wieder Richtung Karibik dreht. Das Spiel wiederholt sich ein paar Mal, dann packt Yariel den Bone an der Schwanzwurzel und hebt ihn aus dem Wasser. Was für ein Fisch! «Jetzt komm ich dran, gell?», sagt Aaron voller Ungeduld.
Wir haben unsere Reise über Pukka Destinations mit Carsten Dogs gebucht. Ich kann das Unternehmen vollumfänglich empfehlen. Carsten Dogs hat die nicht ganz unkomplizierte Reise nach Kuba perfekt gemanagt und war immer erreichbar.
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