[Podcast |] 12 Monate, 12 Fische
26 | 05 | 2021 Schweiz | DiversesText: Michael Schär | Fotos: Nils Anderson 0910
26 | 05 | 2021 Schweiz | Diverses
Text: Michael Schär | Fotos: Nils Anderson 0 910

Podcast | 12 Monate, 12 Fische

«Jeden Monat eine andere Fischart fangen», ist das Ziel von Michael Schär. Dieses Unterfangen dokumentiert er Ausgabe für Ausgabe mit einem Podcast auf petri-heil.ch und auf Spotify. Den Beginn der Serie macht der wohl beliebteste Zielfisch der Schweiz: Die Bachforelle.

Die Bachforelle ist wohl der Schweizer Fisch schlechthin und man braucht sie der «Petri-Heil»-Leserschaft nicht mehr gross vorzustellen. Noch immer ist sie in fast allen Schweizer Fliessgewässern anzutreffen, auch wenn die Zahlen seit Jahren zurückgehen. Nebst der Tatsache, dass sie umwerfend schön und gleichzeitig perfekt getarnt und an ihren Lebensraum angepasst ist, hat die Faszination auch kulinarische Gründe: Eine frisch gefangene Forelle ist schlicht und einfach eine Delikatesse. Und auch fischereilich hat die Forelle viel zu bieten. Als dominierender und verhältnismässig grosser Fisch im Bach und Fluss muss sie einen flexiblen Speiseplan an den Tag legen, um mit dem oftmals limitierten Angebot zurechtzukommen. Von kleinen Fliegen, Wasserinsekten über ins Wasser gefallene Käfer und Regenwürmer bis hin zu Groppen, kleinen Artgenossen und gar Fröschen und Mäusen packt sie, was zwischen ihre kräftigen Kiefer passt, und das oft genug, ohne lange überlegen zu können. Und so gibt es eine ganze Anzahl an interessanten Techniken und Herangehensweisen, um die Forelle zu überlisten. Wenn alle Bedingungen stimmen, kann gar der stümperhafteste Versuch zum Erfolg führen. Andererseits gibt es Tage, da ist es zum Verzweifeln mit dem Forellenfischen …


Mein Weg zur Forelle

Für meine persönliche «Mission Bachforelle» und die erste Folge dieser Serie konnte ich zwei Profis begeistern, um mir die Fischerei auf diesen tollen Fisch näher zu bringen. Zusammen mit Livio (meinem treuesten Fischerkollegen und Mitbewohner) und Nils Anderson von «Petri Heil» haben wir die Schüss im Jura ausgesucht. Livio ist mit dem Gewässer gut vertraut und kennt auf der rund 40 Kilometer langen Strecke einige vielversprechende Stellen. An einem Freitagnachmittag ist es soweit: Wir befischen einen Abschnitt, der viel Abwechslung bietet. Von kleinen Wehranlagen über ruhige und breite Abschnitte bis zu schnellfliessenden Bereichen mit grossen Steinen ist alles dabei. Nils und Livio setzen auf Fliegen und Nymphen, was wenig erstaunt, sind doch beide «angefressene» Fliegenfischer. Ich bleibe der mir vertrauten Spinnfischerei vorerst mal treu, doch im Vergleich zu den beiden Kollegen komme ich mir mit meinem silbrigen Gummifisch am Bleikopf ehrlich etwas deplatziert vor.


Anlaufschwierigkeiten

Wir starten an einem grossen Pool und beobachten erst mal. Tatsächlich können wir eine fressende Forelle über dem Gewässergrund ausmachen, die bald darauf in der Tiefe verschwindet. Eine Einstimmung darauf, wie vorsichtig wir heute Nachmittag vorgehen müssen, da die Fische hier doch einem hohen Befischungsdruck ausgesetzt sind. Mit den polarisierten Brillen erkennen wir aber bald eine weitere Forelle, die an der Kante von der Strömung zum Widerwasser steht und dort an Ort und Stelle hin- und herschwimmt. Sie sind also da und fressen! Nachdem wir uns etwas «eingefischt» haben, gehen wir systematisch vor. Wir bewegen uns im Fluss gegen die Strömung und arbeiten uns von unten gegen oben durch interessante Stellen wie tiefe Rinnen, ausgespülte Kurven, überhängende Äste oder ruhige Bereiche hinter grossen Steinen. Da das Gesichtsfeld der Forellen gegen hinten eingeschränkt ist, kann man sich ihnen so besser annähern. Was ich aber trotz aller Sorgfalt nicht vermeiden kann, ist das laute Aufklatschen des Gummifischs bei jedem Wurf. Ich lasse somit den Kollegen den Vortritt und hoffe, dass sie mir auch noch einen Fisch übriglassen. Langsam arbeiten wir uns durch den Fluss und lassen keine Stelle aus und … fangen keinen Fisch. Neben einem zögerlichen Biss auf Livios Nymphe und einem Nachläufer auf meinen Gummifisch können wir kein Erfolgserlebnis feiern – und das, obwohl jede Stelle «Bachforellenversteck» schreit.


Raus aus der Komfortzone

Natürlich ist das ein denkbar ungünstiger Start in die neue Serie, doch das klare Wasser und der strahlend blaue Himmel tragen mehr zu unserer guten Laune als zu unseren Erfolgschancen bei. Irgendwann geben wir uns geschlagen: Eine neue Strategie muss her. Livio stellt korrekterweise fest, dass das Ziel dieser Serie ist, die Komfortzone zu verlassen. Was dazu führt, dass ich zwei Tage später alleine mit einer Fliegenausrüstung wieder an der gleichen Stelle stehe und versuche, mir die Fliegenfischerei auf die harte Tour beizubringen. Dass ich nach praktisch jedem «Wurf» meine Nymphe von meinem zulaufenden 12-er-Vorfach entknoten muss, trägt wenig zur Steigerung meiner Chancen bei. Schlimmer wird es, als es sich zwei Bachforellen direkt vor meinen Füssen bequem machen und ich es auch in dieser Situation nicht schaffe, die Nymphe anständig ins Wasser zu bekommen. Als mein Vorfach praktisch nur noch aus Knoten besteht, werfe ich hin und wage noch einen Versuch mit der Spinnrute. Doch es bleibt verflixt: Kurz hintereinander verliere ich zwei Forellen im Drill. Ich sehe keinen anderen Weg: Ich muss wohl noch mehr aus meiner Komfortzone raus. Ein wahrer Test meiner Willenskraft bietet sich bald: Eigentlich ist Hechteröffnung und es regnet in Strömen. Doch was dann mit dem Schönwetter-Spinnfischer am nahegelegenen Bach passiert, erfährt Ihr im Podcast! 

 

Den Podcast kannst Du auch direkt auf Spotify hören.

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