Mit Gummifisch auf Zander
14 | 08 | 2020 PraxisText & Fotos: Jörg Strehlow 0611
14 | 08 | 2020 Praxis
Text & Fotos: Jörg Strehlow 0 611

Mit Gummifisch auf Zander

Ist es das magische «Tock» beim Biss? Oder das Versunkensein in Technik und Gewässer? Zanderangeln mit dem Gummifisch hat jedenfalls viele spektakuläre Seiten. Jörg Strehlow hilft Dir (und Deinem Köder) auf die Sprünge.


Hotspots

Ja wo laufen sie denn?

Das Angeln mit dem Gummifisch ist wunderbar, denn wir sind dabei flexibel: Nur die Rute, die Weste mit Ködern und Kleinkram und einen Feumer dabei. Schon kann es losgehen! Wir können ohne Probleme auch grössere Strecken an unserem Gewässer abwandern und alle guten Plätze nach und nach mit ein paar Würfen abklappern. Aber wie sehen diese Hotspots aus? Wo stehen die Zander und wo «laufen sie», wenn sie fressen oder einfach nur ein bisschen umherschwimmen möchten?


Schwere Seen

Am Fluss ist diese Frage ziemlich einfach zu beantworten, denn Flüsse können wir mit den Augen lesen und interpretieren. An einem stehenden Gewässer ist das schwieriger, denn vor uns befindet sich nicht selten eine einzige grosse Wasserfläche. Uferzonen sind häufig entweder zu flach oder mit Schilf und Bewuchs zugewuchert, sodass wir zum effektiven Befischen grösserer Seen oft ein Boot und ein Echolot benötigen. Eine Gewässerkarte, auf der man Strukturen am Boden erkennen kann, ist auf grossen, stehenden Gewässern sehr hilfreich. Auch an Seen gilt zudem der Grundsatz, den es an Flüssen ebenfalls zu beachten gibt: Fische immer über möglichst hartem Boden und nicht über Schlick und Schlamm. Finde zudem die Bereiche heraus, an denen das Wasser auf kurzem Weg schnell tiefer oder flacher wird und eventuell auch noch Strukturen wie Steine oder Totholz zu finden sind. Diese Übergänge und Strukturen sollten nun ausdauernd befischt werden. Überhaupt ist Ausdauer ein wichtiger Erfolgs­baustein beim Angeln mit dem Gummifisch auf Zander. Auch an einem guten Platz muss man nämlich auf die Fressphase der Zander warten und auch einmal ein paar Stündchen werfen, bevor es so weit ist. Da macht es keinen Unterschied, ob wir am See oder Fluss unterwegs sind. Ständige Platzwechsel sind daher eher ein Merkmal unsicherer Fischer. Wer die hohe Qualität seiner Angelstelle kennt, ist auch bereit, auf seine Chance zu warten.

 Um Zander an Seen zu lokalisieren, muss man erst Strukturen und harten Grund finden. Ein Echolot ist nicht zwingend notwendig, aber sehr hilfreich.

Um Zander an Seen zu lokalisieren, muss man erst Strukturen und harten Grund finden. Ein Echolot ist nicht zwingend notwendig, aber sehr hilfreich.

 Ein frisch gefangener Zander, am besten direkt am Fangplatz zubereitet. Mit dem Verzehr des glücklichen Fangs schliesst sich der natürliche Kreis.

Ein frisch gefangener Zander, am besten direkt am Fangplatz zubereitet. Mit dem Verzehr des glücklichen Fangs schliesst sich der natürliche Kreis.

 

Führung

Faulenzer oder Jigger?

Zander beissen gut auf Gummifische nur dann, wenn es uns gelingt, ihnen Leben einzuhauchen. Und sie genau so zu führen, wie es die Stachelrücken lieben. Während Hechte und Egli gerne ordentlich Bewegung im Köder haben, sieht das bei Zandern ganz anders aus. Sie packen am liebsten zu, wenn der Köder in einer berechenbaren Bahn läuft und keine grossen Sprünge macht!

 
Rollenführung ...

Das Zauberwort heisst: Faulenzermethode! Diese Technik, bei der wir den Gummifisch zu mehr als 90 Prozent über die Rolle führen und die Rute lediglich mal etwas höher und mal etwas steiler führen, trifft den Geschmack der Zander am besten. Mit dieser Methode verlieren wir den Köder niemals aus den Augen und kontrollieren ihn in jeder Sekunde unseres Angeltages über die Schnur. Die helle, gut sichtbare Schnur signalisiert uns in gespanntem Zustand, dass der Gummiköder noch absinkt. Und entspannt sich, wenn der Gummi am Boden des Gewässers ankommt. Das beste am Faulenzen ist aber, dass wir dabei jeden Biss in der Absinkphase erkennen und mit der anschlagbereiten Rute sofort parieren können! Fehlbisse sind somit selten. Den Biss eines Zanders sehen wir deutlich am abrupten Stoppen der Schnur in der Abwärtsbewegung. Höhe und Geschwindigkeit der Ködersprünge am Grund variieren wir durch den Anstellwinkel der Rute, meist zwischen der 9- und 12-Uhr-Position, und der Geschwindigkeit und Zahl der Kurbelumdrehungen, mit der wir den Köder über die Rolle führen. 

Wichtig ist dabei, dass der Gummifisch immer den Boden erreicht und dies durch ein Entspannen der Schnur angezeigt wird. Dann führen wir sofort den nächsten Ködersprung am Boden aus. Folgender Grundsatz gilt beim Faulenzen: Je aktiver der Zander, desto schneller und mehr wird beim Sprung des Köders gekurbelt. Im Frühjahr im flacheren Wasser, nach der Schonzeit, können das drei, vier schnelle Kurbelschläge sein. Im Winter im Tiefen kann ein oder ein halber Kurbelschlag am besten sein. Manchmal lohnt es sich auch, den Köder mit einem kleinen Stups über die Rutenspitze beim Ankurbeln zu beschleunigen. Besonders in schwierigeren Beissphasen kann dieser 10-Zentimeter-Kick mehr Bisse bringen. Mit einem flachen Rutenanstell­winkel (neun bis zehn Uhr) fischen wir auf gros­se Wurfdistanz, im tiefen Wasser und gegen die Strömung. Bis auf zwölf Uhr heben wir die Rutenspitze an, wenn die Strömung hart auf uns zuläuft oder der Uferbereich sehr steinig und hängerreich ist. Auch nachts geht es mit der steilen Rute besser, denn die Übertragung von Bissen und dem aufsetzenden Köder funktioniert jetzt hervorragend über den Rutenblank mit dem aufgelegten Zeigefinger. Der sollte grundsätzlich, auch am Tag, direkt auf dem Blank oberhalb der Rolle liegen. Gegebenenfalls auch der Daumen oder beide Finger – das muss jeder für sich herausfinden. Die drei anderen Finger werden hinter dem Rollenfuss platziert und der Rutengriff fest am Unterarm angelegt. So geraten wir erst gar nicht in die Verlegenheit, einen viel zu laschen Anhieb aus dem Handgelenk heraus zu setzen, sondern immer kraftvoll mit einer Aufwärtsbewegung des gesamten Unterarms. Auch bilden Arm, Rute und Schnur immer eine Linie zum Köder – die Schnur wird also nicht in einem seitlichen Winkel zur Rutenspitze geführt. Auch das würde uns Schnelligkeit und Kraft beim Anhieb kosten, Fehlbisse wären vorprogrammiert.

 
... oder Rutenführung

Das Jiggen ist vor allem an sehr tiefen und stark strömenden Bereichen eine sinnvolle Ergänzung zur Faulenzermethode. Im Grundsatz stimmen Rutenhaltung, überwiegende Köderkontrolle über die Schnur und der direkte Draht zum Köder mit der Faulenzertechnik überein. Allerdings wird der Köder durch eine kräftige Aufwärtsbewegung der Rute angehoben, meist von zehn auf elf Uhr. Mit einer kontrollierten Abwärtsbewegung der Rute wird dann das Aufsetzen des Köders erreicht. Für das Faulenzen und das Jiggen gilt gleichermassen: Besonders erfolgreich ist der Angler, dem es gelingt, seinen Köder möglichst an freier Leine und ungebremst absinken zu lassen. Mit etwas Ausdauer sind diese Techniken leicht zu erlernen.

 Ob man nun eher ein Jigger (links) oder ein Faulenzer (rechts) ist, entscheidet auch ein bisschen das Temperament. Die Grenzen zwischen beiden Methoden sind fliessend und beide Techniken sind jederzeit mit dem gleichen Gerät zu variieren, wenn man das möchte.

Ob man nun eher ein Jigger (links) oder ein Faulenzer (rechts) ist, entscheidet auch ein bisschen das Temperament. Die Grenzen zwischen beiden Methoden sind fliessend und beide Techniken sind jederzeit mit dem gleichen Gerät zu variieren, wenn man das möchte.

 Typische Faulenzer-Position auf Distanz: Die Rute wird auf neun Uhr gehalten, die Schnur bildet mit Rute und Unterarm eine Linie, der Griff ist fest am Arm angelegt. Die Köder­führung erfolgt nur über die Rolle!

Typische Faulenzer-Position auf Distanz: Die Rute wird auf neun Uhr gehalten, die Schnur bildet mit Rute und Unterarm eine Linie, der Griff ist fest am Arm angelegt. Die Köder­führung erfolgt nur über die Rolle!

 

Jigkopf

Gib dem Zander Gummi!

Und dazu noch eine Ladung Blei. Zugegeben, das klingt ein bisschen martialisch, ist aber eine ganz treffende Anleitung für den richtigen Köder. Gummiköder werden zwar gelegentlich auch nur an einem Einzelhaken befestigt, zum Beispiel beim Fischen mit Dropshot-, Texas- oder Carolina-Rig. Klassisches Gummifischangeln ist aber das Fischen mit der Faulenzermethode und das Jiggen. Dabei wird der weiche Köder fast immer mit dem harten Jig direkt verbunden. 

Als Jig bezeichnen wir den Haken, der in ein Bleigewicht eingegossen wurde. Das sollte immer ein Haken bester Qualität aus leicht federndem Stahl sein. Der Kopf ist meist aus Blei, mehr und mehr kommen aber auch umweltfreundlichere Varianten wie Zink-Legierungen oder Tungsten in den Handel. 

 Ohne Haken taugt der beste Gummi nichts! Man setzt am besten nadelscharfe Qualitätshaken ein, die entweder mit einer Kugel aus Blei, oder besser noch, aus bleifreiem Material vergossen werden.

Ohne Haken taugt der beste Gummi nichts! Man setzt am besten nadelscharfe Qualitätshaken ein, die entweder mit einer Kugel aus Blei, oder besser noch, aus bleifreiem Material vergossen werden.

 Twister sind Würmer aus Gummi. Sie waren Mitte der 1980er-Jahre die ersten Weichplastikköder, die aus den USA zu uns fanden. Heute werden sie meist für Egli eingesetzt. Der Name passt, denn Twister sind unter Wasser wahre Wirbelwinde!

Twister sind Würmer aus Gummi. Sie waren Mitte der 1980er-Jahre die ersten Weichplastikköder, die aus den USA zu uns fanden. Heute werden sie meist für Egli eingesetzt. Der Name passt, denn Twister sind unter Wasser wahre Wirbelwinde!

 Als Shad bezeichnet man die Gummiköder, die am ehesten der Form eines echten Fischs entsprechen. In der Regel flanken diese Köder im Wasser und der Schwanz arbeitet zusätzlich. Besonders Hechtangler schwören auf diese Reize.

Als Shad bezeichnet man die Gummiköder, die am ehesten der Form eines echten Fischs entsprechen. In der Regel flanken diese Köder im Wasser und der Schwanz arbeitet zusätzlich. Besonders Hechtangler schwören auf diese Reize.

 Laufen nicht und fangen trotzdem, manchmal sogar deutlich besser als aggressivere Ködermuster: V-Tails. Unbedingt in komplizierten Fangphasen, bei viel Futterfisch und harten Wetter­wechseln einsetzen.

Laufen nicht und fangen trotzdem, manchmal sogar deutlich besser als aggressivere Ködermuster: V-Tails. Unbedingt in komplizierten Fangphasen, bei viel Futterfisch und harten Wetter­wechseln einsetzen.

 Die wahrscheinlich beliebteste Köderform zum Zanderangeln wurde ursprünglich vom Holländer Henk Simonsz erfunden und bis heute oft kopiert. Bekannt wurde dieser Köder als «Kauli», hier in der umweltfreundlichen Variante eines deutschen Produzenten.

Die wahrscheinlich beliebteste Köderform zum Zanderangeln wurde ursprünglich vom Holländer Henk Simonsz erfunden und bis heute oft kopiert. Bekannt wurde dieser Köder als «Kauli», hier in der umweltfreundlichen Variante eines deutschen Produzenten.


Köder

Einfache Formeln

Das Gewicht des Kopfs sollte immer so schwer gewählt sein, dass man ihn weit genug werfen kann. Ausserdem muss er gerade so schwer sein, dass er an der Schnur gut den Boden des Gewässers erreichen kann und von der Strömung nicht verdriftet wird. Aber auch so leicht, dass er von einem nicht ganz so hungrigen Zander eingesaugt werden kann. Meistens werden Jigs mit 10, 15 und 20 Gramm eingesetzt, manchmal auch mit 5 oder 25 Gramm. Andere Gewichte brauchen wir nur in seltenen Ausnahmefällen.

Nicht nur das Thema Jig kann für den Einsteiger hier also angenehm reduziert dargestellt werden. Auch bei den eigentlichen Ködern aus Gummi liegt der Erfolg in einer einfachen Formel: Nimm schlanke Köder zwischen 10 und 15 Zentimeter in natürlichen Farben (Schwarz-Perlmutt, Klar­-Glitter, Motoroil) und ein paar auffälligere Farben (Fluoro-Grün, Gelb, Braun-Grün). Beissen die Fische gut, empfehle ich Köder mit einem kleinen Schaufelschwanz, für schwierige Tage besser welche mit einem V-Schwanz. Nachts kann es auch ein schwarzer oder brauner Shad bringen, der zusätzlich stark arbeitet. Das wars auch schon – mehr brauchst Du als Einsteiger nicht! 

Natürlich wird mit zunehmender Leidenschaft für das Zanderangeln mit Gummiködern auch Dein Erfahrungsspektrum reicher, und für Ausnahmesituationen wirst Du Jigs in anderen Grös­sen und Köder in anderen Farben und Formen kaufen. Wirklich brauchen wirst Du diese Köder aber kaum – und immer wieder auf das zurückgreifen, was sich bewährt hat. 

Ich selbst verdiene mein Geld seit mehr als 25 Jahren als Zander-Guide und Autor zum Zanderangeln. Und habe dabei immer auf die oben beschriebenen Grundregeln gesetzt. So wirst Du beim ersten Besuch in einem Fischereiartikelgeschäft nicht sofort den Überblick verlieren und resignieren. Also rein ins Zandervergnügen – mehr als eine Handvoll Gummis und Jigs brauchst Du dafür erstmal nicht!


Angelrute

Weicher Köder, hartes Werkzeug

So weich unser Gummifisch auch ist, so hart muss unsere Rute sein, so fest die Rollenbremse und so dehnungsarm die geflochtene Schnur. Biss und Anhieb sind der entscheidende Moment – da sollte alles passen und der Haken zuverlässig im Maul des Räubers gesetzt werden.  

Wenn man mit einer harten Rute auf Zander fischt, spürt man nicht nur jede Köderbewegung und das Aufsetzen des Köders am Grund. Man bekommt auch ein deutliches Signal, wenn ein Zander den Köder nimmt. Sogar dann, wenn der Biss eher verhalten ist. Suche also nach einer zweiteiligen Steckrute, die diese Eigenschaften erfüllt. Mach das bitte im Fachhandel, damit Du die Rute in die Hand nehmen kannst: Beim Wippen mit der Rute sollte die Spitze nicht nachschwingen und keine deutlichen Ausschläge zeigen. Ausserdem sollte sie nicht kopflastig sein. Montiere Dir im Fachgeschäft daher am besten gleich eine Rolle, um die ideale Balance zu finden. Die Rute sollte im Trockentest unter starker Last immer noch ein wenig arbeiten, am besten bis ins Griffteil.

Diese Eigenschaften werden am ehesten von 2,60 bis 2,80 Meter langen Ruten erfüllt. Längere Ruten neigen zu einer weichen Spitze und Kopflastigkeit. Lasse Dich bitte nicht von den häufig sehr hohen Angaben zum Wurfgewicht irritieren. Das liegt bei Gummifisch-Ruten oft zwischen 50 und 100 Gramm und sagt nichts über das Gewicht der Köder aus, die wir an der Angel haben.

 Die Rollenbremse muss beim Angeln mit dem Gummifisch auf Zander ziemlich fest eingestellt werden. Nur so kann beim Anhieb der Haken sicher im Maul des Fischs platziert werden.

Die Rollenbremse muss beim Angeln mit dem Gummifisch auf Zander ziemlich fest eingestellt werden. Nur so kann beim Anhieb der Haken sicher im Maul des Fischs platziert werden.

 Eine gute Zanderrute hat viel Kraft und zugleich eine ausgeprägte Seele. Sie muss den Fisch beim Anhieb sicher haken, darf ihm im Drill aber keine zu grosse Steifigkeit entgegensetzen.

Eine gute Zanderrute hat viel Kraft und zugleich eine ausgeprägte Seele. Sie muss den Fisch beim Anhieb sicher haken, darf ihm im Drill aber keine zu grosse Steifigkeit entgegensetzen.

 Dieser Köder passt immer! Ein schöner Zander hat den schlanken Gummifisch in Orange-Grün geschnappt, ein klassisches Muster in einer der erfolgreichsten Farbkombinationen überhaupt.

Dieser Köder passt immer! Ein schöner Zander hat den schlanken Gummifisch in Orange-Grün geschnappt, ein klassisches Muster in einer der erfolgreichsten Farbkombinationen überhaupt.

 Eine gute Rolle für Zander hat eine saubere Schnurverlegung und eine Kopfbremse. Mittlere Grössen sind zum Spinnfischen perfekt.

Eine gute Rolle für Zander hat eine saubere Schnurverlegung und eine Kopfbremse. Mittlere Grössen sind zum Spinnfischen perfekt.


Rolle

Hohe Übersetzung

Unsere Rolle sollte nicht zu klein sein, da ihr Getriebe an guten Fangtagen doch einiges aushalten muss. Mittlere Grössen (3000 bis 4000) sind gut. Eine hohe Rollenübersetzung erleichtert uns die exakte Führung des Köders. Deshalb sollte die Rolle bei einer Umdrehung der Kurbel möglichst viel Schnur einholen. Es gilt der Grundsatz: Je höher die zweite Zahl bei der angegebenen Übersetzung ist, desto mehr Schnur wird eingeholt. Bei einer Übersetzung von beispielsweise 1:6 wird der Rotor mit einer Kurbelumdrehung sechsmal gedreht, was natürlich mehr Schnur auf die Spule bringt als bei einer Übersetzung von 1:5. Da wir ausschliesslich geflochtene Schnüre zum Spinnfischen auf Zander verwenden, muss vor allem die Bremse absolut ruckfrei und sauber arbeiten. Verzichte deshalb bitte auf eine Heckbremse. Frontbremsen sind feiner einzustellen, vor allem im «hinteren» Bereich. Weiterhin muss die Schnur sauber auf der Spule aufgewickelt werden. Gleichmässig und eng nebeneinander sollten die Schnurwindungen liegen und es sollten sich keine Dellen auf der Spule bilden. Auch eine Rücklaufsperre, die in jeder Position stoppt, ist eine Voraussetzung zum Gummifischangeln. Sonst wird es schwierig, kleine Bewegungen am Grund umzusetzen und vorsichtige Bisse zu verwerten.


Schnur

Vollkontakt

Den direkten Draht zum Köder, eine sichere Bisserkennung und vor allem eine gute Bissverwertung auf Distanz kann nur eine gute geflochtene Schnur garantieren. Bei einer Schnur mit 0,10 Milli­metern Durchmesser fängt es in hindernisfreien Gewässern an, und bei 0,20 Millimetern für hängerreiche Regionen ist die obere Grenze erreicht. Eine 0,15er ist gesundes Mittelmass. Achte auf eine dichte und runde Flechtung. Und nimm unbedingt eine helle, gut sichtbare Schnur! Die Bisse kommen meistens beim Absinken des Köders und werden fast immer durch ein mehr oder weniger abruptes Stoppen des Köders über dem Grund angezeigt.

Verwende ein langes Vorfach aus 0,30er- oder 0,35er-Fluorocarbon, gerne 150 Zentimeter lang. Das ist ein monofiles Material, dass unter Wasser so gut wie unsichtbar ist. Aber bei starken Hechtbeständen in einem Gewässer sollte man immer zum Stahlvorfach greifen, auch wenn es ein oder zwei Zanderbisse weniger bringt. Am Ende des Vorfachs befestigen wir mit dem Clinchknoten einen einfachen Karabiner mit etwa 15 Kilo Tragkraft. Jetzt muss nur noch der Köder des Vertrauens eingehängt werden und schon ist unser Angelgerät dem Abenteuer Zander gewachsen!

 

0 Kommentare


Keine Kommentare (Kommentare erscheinen erst nach unserer Freigabe)


Schreibe einen Kommentar:

Zurück zur Übersicht

Das könnte Dich auch interessieren: