[Fischen am Alpenrhein: ]</br>Am Ende leuchtet der Regenbogen
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24 | 02 | 2026 Schweiz | PraxisText & Fotos: Daniel Luther 0293
24 | 02 | 2026 Schweiz | Praxis
Text & Fotos: Daniel Luther 0 293

Fischen am Alpenrhein:
Am Ende leuchtet der Regenbogen

Es ist gar nicht so lange her, da war der 1. Februar ein Sehnsuchtstag. In den Nächten davor wurde wild geträumt und schlecht geschlafen. Heute ist das pure Nostalgie. Statt eines klassischen Eröffnungsberichts mit spektakulären Fangbildern liefern wir deshalb  Ideen, wie es trotz vieler Wermutstropfen weiterhin möglich ist, sein Fischerglück am Alpenrhein zu erleben.


Dabei geht es auch um ein wichtiges Signal. Wenn niemand mehr fischt im Alpenrhein, wird es paradoxerweise bald noch viel weniger Fische geben. Weil niemand mehr da ist, der sich quer stellt gegen weitere Zumutungen wie beispielsweise neue Kraftwerke, die dieses wunderbare Gewässer endgültig töten würden.

 

Krasser gehts immer!

Der ehemals fischreichste Wildbach Europas ist in den letzten hundert Jahren rücksichtlos zu einem tristen Abflusskanal für turbiniertes Wasser degradiert worden. Gemäss dem letzten fischereibiologischen Monitoring von 2019 «ist keine weitere Verschlechterung des fischökologischen Zustands möglich». Dieser krasse Befund wird relativiert durch den detaillierten Jahresbericht 2024 über die Fischerei im Alpenrhein, der vom Ökobüro Hydra in Kreuzlingen für die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) verfasst wurde: Tatsächlich fielen die Fänge noch einmal massiv auf einen weiteren historischen Tiefpunkt.

Auf den mehr als 90 Kilometern Flussstrecke in drei Ländern wurden 2024 nur noch 758 Fische gefangen. 638 davon waren Regenbogenforellen. Notabene nicht Massfische wie in viel zu vielen Alpengewässern, sondern ökologisch robuste Nachkommen eines Stamms von Regenbogenforellen, die man seit den 1980er-Jahren im Einzugsgebiet des Alpenrheins beobachtet. Diese Nachfahren von Besatzfischen, mit denen der Bodensee eine Zeitlang bewirtschaftet wurde, haben sich erstaunlich gut an die schwierigen Bedingungen angepasst.

Als einzige Population im Alpenraum haben diese Regenbogenforellen einen Lebenszyklus entwickelt, der stark an ihre meerwandernden Verwandten im Westen Nordamerikas erinnert – Steelheads in Alaska und British-Columbia.

Ohne diese Regenbögler, die sich im Einzugsgebiet des Alpenrheins am erfolgreichsten in den Grundwasser gespeisten Binnenkanälen fortpflanzen und im Bodensee mit etwas Glück zu Prachtsexemplaren abwachsen, gäbe es im Alpenrhein momentan keinen Grund mehr ein Patent zu kaufen …

Umso mehr erstaunt der Unwille der Fischereibehörden, dieses eigentlich unverdiente Geschenk von Mutter Natur zu wertschätzen und endlich ernsthaft zu fördern.

 Wilde Regenbogenforellen sind nicht zu vergleichen mit besetzten Massfischen. Sie sind oft wählerisch und heikel.

Wilde Regenbogenforellen sind nicht zu vergleichen mit besetzten Massfischen. Sie sind oft wählerisch und heikel.

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