Alpnachersee [| Zentralschweizer Gewässerperle]
25 | 10 | 2021 SchweizText & Fotos: Robin Melliger 01029
25 | 10 | 2021 Schweiz
Text & Fotos: Robin Melliger 0 1029

Alpnachersee | Zentralschweizer Gewässerperle

Der Alpnachersee ist zwar ein Nebensee-Becken des Vierwaldstättersees, aber trotzdem ein komplett eigenes Gewässer. Bekannt als Hotspot für Windsurfer, ist er auch bei uns Fischern beliebt. «Petri-Heil» stellt diesen spannenden und vielseitigen See vor.


Der Alpnachersee liegt im Herzen der Schweiz in den Halbkantonen Ob- und Nidwalden. Bei einer Länge von 4,8 km verbindet er die Nidwaldner Gemeinde Stansstad mit der Gemeinde Alpnachstad, welche bereits im Kanton Obwalden liegt. Von der malerischen Autostrasse aus lassen sich im Sommer oft elegante Windsurfer beobachten. Da der See zwischen dem Ausläufer des Pilatus und des Ennetmooser Rotzberg liegt, treffen oft starke Winde entlang des Alpnachersees aufeinander. Morgens bläst ein mässiger Wind, der den Surf-Anfängern die ersten Standversuche auf dem Windbrett ermöglicht. Am Nachmittag nimmt der Wind an Stärke zu, dann stellen sich die fortgeschrittenen Sportler den beachtlichen Wellen. Dieser oft vom Wind gekräuselte See gehört mit lediglich 35 Metern Maximaltiefe zu den flach ausfallenden Seen. Die schönen und teils nur mit dem Boot erreichbaren Stellen laden in den Sommermonaten zum Baden und Grillieren ein. Die oft flachen Uferpartien ermöglichen einen angenehmen Einstieg ins kühle Nass. Die Sarneraa bringt als einziger Zufluss das trübere Wasser des Sees in Bewegung. Die Trübung entsteht durch den schlammigen Untergrund und durch den grossen Sedimenteintrag der Sarneraa. Daher bilden sich im Sommer im eher sauerstoffarmen See auch vermehrt Algen, welche dann in den Wintermonaten absterben und viel Sauerstoff verbrauchen.

 In unserer Rubrik «Kapitale Fänge» landet immer mal wieder ein Alpnacher-Zander. So auch dieser 91er von Justin Flüeler. © Justin Flüeler

In unserer Rubrik «Kapitale Fänge» landet immer mal wieder ein Alpnacher-Zander. So auch dieser 91er von Justin Flüeler. © Justin Flüeler


Touristenmagnet und Naherholungsgebiet

Der Pilatus und die steilste Zahnradbahn der Welt ziehen viele Touristen an, welche von Luzern aus das Dampf- oder Motorschiff nehmen. Das Dampfschiff «Unterwalden» verfügt über einziehbare Masten, ein versenkbares Steuerhaus sowie Kamin, was die Passage unter der Achereggbrücke ermöglicht. Die Zahnradbahn ist nur wenige hundert Meter vom Steg in Alpnachstad entfernt. Der nahgelegene Militärflugplatz ist ein ehemaliger Reduitflugplatz der Schweizer Luftwaffe und dient heute als Helikopterbasis. Bei der Fahrt mit der Pilatus-Bahn stechen die Inseln am Südufer des Alpnachersees ins Auge. Ebenfalls sieht man einige Bagger an der Mündung der Sarneraa stehen. Dort setzt der Kanton ein ökologisches Aufwertungsprojekt um, wie das Bau- und Raumentwicklungsdepartement sowie der Kanton Obwalden mitteilten. Ziele des Projekts sind, neue Flachmoorflächen zu schaffen sowie ein natürliches Flussdelta zu renaturieren. Das Südufer des Alpnachersees stellt ein beliebtes Naherholungsgebiet unter Naturschutz dar und bietet vielen Tierarten optimale Lebensbedingungen. Nicht selten entdeckt man auch scheue Ringelnattern an den Ufern des Sees. An einem Sommerabend bietet sich über dem Alpnachersee ein besonderes Spektakel. Abertausende von Schwalben sammeln sich über dem See und fliegen, soweit das Auge reicht, lautlos durch die Lüfte. Ebenfalls nisten auf den Inseln einige Kormorane.

 Den Kühen steht sogar der Luxus zu, auf einer eigenen Halbinsel zu weiden.

Den Kühen steht sogar der Luxus zu, auf einer eigenen Halbinsel zu weiden.

 Der moderne Bootshafen Herzog in Alpnachstad sticht durch die vielen grossen Motorboote hervor. Der See verfügt über zwei weitere kleinere Häfen am Pilatus- und am Rotzberg-Ufer.

Der moderne Bootshafen Herzog in Alpnachstad sticht durch die vielen grossen Motorboote hervor. Der See verfügt über zwei weitere kleinere Häfen am Pilatus- und am Rotzberg-Ufer.


Fischreichtum

Mitte des letzten Jahrhunderts wurden in verschiedene Schweizer Seen gezielt Zander eingesetzt, so auch im Alpnachersee. Er gilt sogar als einer der besten Seen des Landes, wenn es um Grosszander geht. Nicht selten werden im Alpnachersee Fische von 90 cm+ entweder vom Ufer oder vom Boot aus gefangen. Die magische Metermarke wurde bereits mehrere Male übertroffen. Die gute Entwicklung des Zanderlaichs wird durch das eingetrübte Wasser begünstigt, wohl der Hauptgrund für die Verbreitung und das gute Aufkommen der Zander. Trotz der Anbindung an den Vierwaldstättersee werden dort kaum je Zander gefangen oder gesichtet.

Zander kommen im ganzen Alpnachersee vor, werden aber vermehrt am linken Seeufer beim Rotzberg befischt. Vom Rotzloch bis zur Mündung der Sarneraa befinden sich viele Hotspots. Die Zander sind zwar nicht einfach zu fangen, aber wer Fleiss und Durchhaltewillen mitbringt, wird auch belohnt. Die effizienteste Angelmethode hierzu ist die Angelei mit Gummifischen in Grundnähe. Allgemein gilt der nährstoffreiche Alpnachersee als fischreich, jedoch ist er noch einer der wenigen grösseren Seen in der Schweiz, wo keine Welse vorkommen. Wer an einem Abend mit wenig Wind die Wasseroberfläche beobachtet, wird über den ganzen See verteilt Fischaktivität ausmachen. Oft sind viele Rotaugen, Brachsmen und Egli an der Oberfläche zu sehen. Die Dichte der Rotaugen und Egli ist im Alpnachersee deutlich höher als im Vierwaldstättersee, der dafür mehr Felchen und Seesaiblinge beherbergt.

 Die Freiwasserangelei auf dem Alpnachersee macht grossen Spass, vor allem wenn man mit schönen Fischen belohnt wird.

Die Freiwasserangelei auf dem Alpnachersee macht grossen Spass, vor allem wenn man mit schönen Fischen belohnt wird.

 Auch bei den Kormoranen hat sich der Fischreichtum herumgesprochen – eine Plage sind sie hier aber (noch) nicht.

Auch bei den Kormoranen hat sich der Fischreichtum herumgesprochen – eine Plage sind sie hier aber (noch) nicht.


Hechte in grosser Zahl

Seeforellen werden im Alpnacher ebenfalls weniger gefangen als im Vierwaldstättersee. Im Alpnachersee gibt es zwei invasiven Arten: den Kaul- und den Sonnenbarsch.

Hechte gibt es im Alpnachersee in grosser Menge. Den Hechten wird im Freiwasser beim Werfen oder Schleppen, beim Uferangeln oder in den Flachwasserzonen nachgestellt. In der flachen Stansstaderbucht am Nord­ufer des Sees führen die Hechte im Frühjahr ihr Laichgeschäft aus. Nach der Schonzeit lassen sich hier besonders viele Hechte fangen, sowohl kleinere als auch kapitale Exemplare. Im Herbst ist die Fischerei mit Oberflächenködern sehr interessant, welche vom Ufer oder Boot aus möglich ist. Unter überhängenden Bäumen lassen sich ebenfalls gut Hechte fangen. Diese Fischerei verlangt präzises Werfen und ist teils schwierig, da sich unter den Bäumen häufig Wurzeln, Steine oder andere Strukturen befinden. Köderverluste sind oft nicht zu vermeiden. Der Alpnachersee bietet enorm viel für ein Gewässer dieser Grösse und sollte auf der Liste jedes Anglers stehen, der sich auf Raubfische fixiert hat.


Patente für den See lassen sich auf den jeweiligen Kantonsseiten online bestellen: 

Kanton NW Kanton OW

 

 

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