23.02.10 | Die Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG (RADAG) hat im Dezember ihr neues Wehrkraftwerk am Aargauer Rhein in Betrieb genommen. Auf der Homepage des Unternehmens liest sich das so: «Die Rheinkraftwerk Albbruck-Dogern AG investiert 70 Millionen Euro in regenerative Energie aus Wasserkraft. Damit leistet die RADAG einen erheblichen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz.
Das Laufwasserkraftwerk am Hochrhein erzeugt im Alleinbetrieb jährlich rund 180 Millionen Kilowattstunden klimafreundlichen Strom aus regenerativer Energie.» An die neue Konzession waren erhebliche Auflagen geknüpft: Die ökologischen Aufwertungsmassnahmen kosteten rund sechs Millionen Franken.
Kernstück ist ein naturnahes Umgehungsgewässer, das künftig auch Lachsen den Aufstieg vorbei am Kraftwerk ermöglichen soll. Auf 800 Metern Länge hat man einen «natürlichen » Bachlauf mit Kiesinseln und Stromschnellen gestaltet. Ob er funktioniert, werden die Erfolgskontrollen zeigen.
Eigentlich ein artenreicher Fluss
Die Vielfalt der Fischfauna im Hochrhein ist gemäss der Aargauer Sektion Jagd und Fischerei nach wie vor erfreulich hoch. Anspruchsvolle Arten wie Bachforelle oder Groppe kommen aber nur noch in geringen Beständen vor. Der Fischbestand ist in den letzten Jahrzehnten um 75 Prozent eingebrochen, wenn man die Fangergebnisse zu Rate zieht.
Hans Brauchli, Präsident des Aargauischen Fischereiverbands begrüsst die Massnahmen von Albbruck-Dogern, warnt aber vor Euphorie: Der Rhein sei heute ein kompliziertes System mit diversen Kraftwerken. Langdistanzwanderer wie der Lachs müssen zig Hindernisse überwinden, bis sie dorthin gelangen, wo sie hin möchten. Um die freie Durchwanderbarkeit des Rheins zu erreichen, braucht es noch grosse Anstrengungen insbesondere von Seiten der Kraftwerksbetreiber.
Ausserdem, mahnt Brauchli, sei für Wanderfische wie Lachs oder Meerforelle nicht nur der Aufstieg, sondern auch der Abstieg mit erheblichen Gefahren verbunden. Diesem Aspekt müsse in Zukunft noch viel mehr Rechnung getragen werden!
Autor: dal
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