01.02.10 | Die Korrektion der Rhône in den Kantonen Wallis und Waadt kann an die Hand genommen werden: Die eidgenössischen Räte haben den für die Realisierung der ersten Bauetappe benötigten Bundesbeitrag von 169 Millionen Franken bewilligt. Diese erste Projektphase soll im Jahr 2014 beendet werden.
Das zunächst heftig umstrittene, im Lauf der Projektierungsphase schrittweise optimierte Grossvorhaben erstreckt sich über 30 Jahre. Man rechnet mit Gesamtkosten von 1,6 Milliarden Franken, an denen sich die betroffenen Kantone ebenfalls beteiligen. Ziel dieser dritten Korrektion ist ein verbesserter Hochwasserschutz, der auch den Anforderungen des modernen, naturnahen Wasserbaus entspricht. Das Engagement des Walliser Fischereiverbands und anderer Umweltschutzorganisationen zugunsten einer grösstmöglichen Umweltverträglichkeit der Eingriffe hat sich jedenfalls gelohnt.
Wie vor 100 Jahren
Das Trink- und Seewasser hat sich laut Angaben der Bundesämter für Landwirtschaft, Umwelt und Gesundheit in den letzten Jahren weiter verbessert und weist heute die gleiche Qualität auf wie vor einem Jahrhundert. Vorab in den Mittellandseen der Kantone Luzern und Aargau wurden erhebliche Qualitätsfortschritte erzielt. Deren Phosphorgehalt konnte signifikant reduziert werden. Auch die Wasserqualität in Bächen erfuhr dank einer Reduktion der in der Landwirtschaft verwendeten Pestizide eine Verbesserung.
Der Bund unterstützt insgesamt 31 Massnahmenprojekte zur Minderung von unerwünschten Stoffen im Trinkwasser und in Oberflächengewässern u. a. durch geeignete Fruchtfolgen, bodenschonende Anbaumethoden sowie das Anlegen von Grünland, Wiesen und Weihern als Lebensräume für Kleinlebewesen. Auf diese Weise können Nitratverluste und Phosphorabschwemmungen verhindert und die Belastung der Gewässer mit Pestiziden auf ein Minimum gesenkt werden.
Kein Durchgang für Fische
An den schweizerischen Fliessgewässern gibt es 101 000 künstliche Abstürze und Bauwerke von mehr als 50 cm Höhe, welche die freie Fischwanderung behindern. Rund die Hälfte davon befinden sich in den 10 800 km Bachläufen, deren Revitalisierungsbedarf als ausgewiesen gilt. Sie bedürfen einer Sanierung. Dies geht aus dem soeben publizierten Report «Strukturen der Fliessgewässer in der Schweiz» (BAFU-Dokumentation 26/09; www.bafu.admin.ch/publikationen) hervor.
Der Bericht basiert auf der einheitlichen Erhebung des Gewässerstrukturzustands in 24 Kantonen. Dabei wurden knapp 29 000 Gewässerkilometer erfasst. Die Ergebnisse wurden anschliessend auf das gesamtschweizerische Fliessgewässernetz von rund 65 000 km Länge hochgerechnet. Davon sind 54 % (35 000 km) noch natürlich oder naturnah und 16 000 km wenig beeinträchtigt. Rund 7000 km sind stark beeinträchtigt, 3000 km sogar naturfremd und 4000 km eingedolt.
Je nach Region gibt es erhebliche Unterschiede. So sind im Mittelland 38 Prozent der Fliessgewässer in einem schlechten Zustand, im Jura 36 Prozent und in den Alpen erfreulich tiefe 15 Prozent. Umso trauriger, wenn solche intakten Gewässer kein Wasser führen, weil sie für die Stromproduktion gefasst werden.
Autor: hub
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danke
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