01.02.10 | Am 8. November erhielten einige langjährige Pächter überraschende und unerfreuliche Post von der Zürcher Volkswirtschaftsdirektion. Ihnen wurde mitgeteilt, dass sie ihre Pachtreviere gegen besser bewertete neue Mitbieter verloren hatten. Zur Beurteilung der Pächtereignung waren erstmals neue Kriterien angewandt worden, darunter das Engagement für die Jungfischerausbildung und die Qualität der Öffentlichkeitsarbeit. Dieses neue Bewertungsreglement war den Pächtern Anfang Juli 2009 zugestellt worden. Bis am 31. August mussten daraufhin die Bewerbungsunterlagen eingereicht werden.
«Innerhalb dieser kurzen Frist konnten wir doch gar nicht auf die neu verlangten Kriterien reagieren», beklagt sich Daniel Ort, der Pächter des Reviers 417, das zwei Weiher in Gattikon und den Chrebsbach umfasst. Der Adliswiler Arzt will sich aber nicht einfach geschlagen geben und hat deshalb Rekurs eingelegt. Ebenso vorgegangen ist Max Tanner, Obmann der bisherigen Pächter des Sihlreviers 407. Auch für ihn sei vor allem stossend, dass die langjährige bewährte Zusammenarbeit zugunsten von kurzfristig eingeführten neuen Ansprüchen in Frage gestellt werde, erklärte er gegenüber «Petri-Heil».
Drei Reviere an einen Verein Von der Fischerei- und Jagdverwaltung wurden die beiden genannten und ein drittes Revier, das Sihlrevier 404 neu an Mitglieder des FV Thalwil vergeben. Sie machten in ihren Bewerbungen jeweils die umfangreichen Aktivitäten in der Jungfischerförderung und die intensive Öffentlichkeitsarbeit des Vereins mit «Motor» Rolf Schatz geltend und konnten damit punkten. Ein Verein darf übrigens «nach Absprache mit der Behörde» im Unterschied zu Privatpersonen auch mehr als zwei Pachten besitzen, das ist im neuen Pachtreglement so nachzulesen.
Die Rekurse sollen bis Ende Januar behandelt werden. Beide Rekurrenten haben bereits angekündigt ihre Rekurse im Fall eines negativen Entscheids möglicherweise weiterzuziehen. Sie werden dabei unterstützt vom Fischereiverband des Kantons Zürich (FKZ), der seinen Mitgliedern gemäss Präsident André Blanc gegenüber den nicht im Verband organisierten Thalwilern zur Seite stehen will. Gemäss dem Slogan einer bekannten Zürcher Tageszeitung bleiben wir an diesem Fall dran.
Autor: dal
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