01.02.10 | Vor dem gehaltvollen Programm des traditionellen 111er-Neujahrs-Apero begrüssten sich über 60 Mitglieder in Begleitung ihrer und freuten sich auf den gemeinsamen Tag im Seehotel Hallwil mit malerischem Blick auf den grössten Aargauer See. Allerdings lag ein trauriger Schatten über dem fröhlichen Wiedersehen, Gründungsmitglied und Präsident René Keller war nicht mehr in Lage dabei zu sein und verstarb zwei Tage später. Für das traditionelle Referat eingeladen worden war Kurt Bischof, neuer Kommunikationsverantwortlicher des Schweiz.
Fischerei-Verbands (SFV). Aus der Sicht eines Medienprofis mit Erfahrung als Journalist, Werber und PR-Berater stellte er die Grundlagen und Ziele für die Medienarbeit des SFV vor. Seine leidenschaftlich vorgetragenen Ausführungen wurden mit hoffnungsvollem Applaus quittiert. 111er-Vizepräsident Hansjörg Dietiker lobte die Erfolg versprechende Startphase des neuen SFV-Präsidenten Roland Seiler. Auf die entsprechende Frage kündigte Bischof an, dass der SFV die Kantonalverbände und ihre zukünftig mit mehr Medien-Know-how bei der Öffentlichkeitsarbeit unterstützen werde.
Am anschliessenden Apero entstanden interessante Diskussionen und Ideen, etwas, das viele 111er-Mitglieder an den Club-Veranstaltungen schätzen. Als musikalische Vorspeise lockte dann Buddha Scheidegger wieder in den Saal zurück. Der bekannte Zürcher Jazzpianist spielte Ragtime, Stride, Blues und Boogie, erzählte den faszinierten Zuhörern von den Wurzeln dieser Musik, und erweckte die Theorie virtuos zum Leben.
Auch das feine Menü sorgte für Stimmung und so erhielt 111er-Aktuar Michael Fiechter unerwartet rasche Resonanz, als er die Clubmitglieder aufforderte, neue 111er zu werben. Tatsächlich meldeten sich im Lauf des Nachmittags fünf Begleiterinnen von begeisterten 111ern als Neumitglieder, aus der Überzeugung, dass ihr Beitrag von tausend Franken jährlich nötig und sinnvoll ist und sein wird.
Autor: dal
René Keller (1948-2010)
Der einflussreiche 111erClubPräsident verstarb nach schwerer Krankheit am 12. Januar. Er hinterlässt eine unschliessbare Lücke in der Schweizer Fischerei. Sein Nachfolger als Präsident des Fischereiverbands des Kantons Schaffhausen, Fredy Springmann, ist überzeugt, dass es ohne das enorme Engagement von René Keller heute weder einen handlungsfähigen Kantonalverband und viel wichtiger wohl auch keine Äschen mehr im Hochrhein gäbe.
René Kellers unnachgiebiger Einsatz für die Äsche kann nicht genug hoch eingeschätzt werden. Nach den ersten katastrophalen Massakern der Kormorane in den Revieren zwischen Seerhein und Rheinfall, organisierte er im ihm eigenen Höchsttempo die interkantonale Äschenkommission, beschaffte ein Kormoranboot, bot die Fischer auf zur Kormoranwacht und platzierte das Prädatorenproblem ganz oben auf der politischen Agenda.
Auch der erfolgreiche Wiederaufbau der vernichteten Äschenbestände nach dem Fischsterben 2003 wäre ohne René Keller nicht so erfolgreich gelungen. In der regionalen und nationalen Fischereipolitik hat er viel bewegt und in Bewegung gebracht. Dank des am 8. Juni 2001 von ihm mitgegründeten 111erClubs erhält der Schweiz. FischereiVerband unverzichtbare zusätzliche Mittel für wichtige Projekte. Mit René Keller geht der Schweizer Fischerei, aber auch all seinen Freunden und Kollegen ein unnachahmlicher Mensch und Kamerad verloren. Redaktion und Verlag entbieten seiner Familie und allen Angehörigen ihr tief empfundenes Beileid.
Die Redaktion
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