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Anglernews - Äschenmoratorium

Mehr Aare-Äschen nachgewiesen

Zumindest die schlimmste Befürchtung der vielen skeptischen Berner Aarefischer ist nicht eingetreten. Die Äschen wurden während des seit dem 1. Januar 2008 geltenden Fangverbots nicht von Fisch fressenden Vögeln dezimiert, der Bestand scheint sich zu erholen.

Moratorium: Bis 2011 müssen alle Berner Aare-Äschen wieder zurückgesetzt werden

01.02.10 | Am bereits dritten runden Tisch zwischen Bernisch Kantonalem Fischerei-Verband und dem Berner Fischereiinspektorat stellte Fischbiologe Joachim Guthruf die Resultate des Monitorings vor, mit dem er von Fischereiinspektor Peter Friedli beauftragt worden war.

 

Die Larvenzählungen zeigten, dass der Fortpflanzungserfolg von 2008 bis 2009 von durchschnittlich 119 auf 216 Larven pro hundert Meter Uferstrecke zugenommen hat. 1995 lag dieser Wert noch bei 433 Stück. Das sind relativ tiefe Werte: Am Hochrhein, dem produktivsten Äschengewässer der Schweiz erreicht die entsprechende Zahl in günstigen Jahren über 4000 Larven.

 

Die Probefänge mit der Rute («Petri-Heil» berichtete) und elektrische Abfischungen lasse darauf schliessen, dass die Alterspyramide sich etwas verbreitert hat, aber weiterhin praktisch keine älteren Jahrgänge vorhanden seien, berichtete Guthruf.

 

Aufgrund seiner Wachstumsanalyse schlägt der Berner Biologe ein Schonmass von neu 36 cm vor. Damit wäre ein überwiegender Teil der Erstlaicher geschützt. Für die Äschenpopulation in Interlaken ist hingegen ein tieferes Mindestmass zu diskutieren, weil diese Fische nachweislich langsamer wachsen. Eine Untersuchung der Geschlechtsreife soll die definitive Entscheidungsgrundlage liefern.

 

Weniger Verluste als befürchtet 

 

Eine Untersuchung der Verletzungsraten, wie sie an mehreren Fliessgewässern der Schweiz seit Jahren gemacht werden, zeigte relativ geringe Schäden bei den Aare Äschen. Sie liegen bei unter 5 Prozent der untersuchten Fische. Vom Hochrhein kennt man Quoten von 30 Prozent und an der Thuner Aare fand man in den frühen 1990er-Jahren Verletzungen bei jeder vierten Äsche. Die von den Fischern geforderte und in vielen Fällen auch selbst organisierte Vergrämung und Bekämpfung scheint zu greifen.

 

Erfreulich sei der Laichfischfang 2009 in der Schadau, dem Ausfluss der Aare aus dem Thunersee gewesen, sagte Christoph Küng vom Inspektorat. Die 415 000 Eier (Vorjahr 174 000) waren zur weiteren Stärkung des Bestands hoch willkommen. In der Schadau, die zum Erhalt des wertvollen Laichtierbestands auch nach Ablauf des Moratoriums Schongebiet bleiben wird, wurden Muttertiere von bis zu 56 cm Länge gefangen.

 

Autor: dal

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2 KOMMENTARE


Zbinden Martin
  Geschätzter dal
"Logisch hat es mehr Aesche"
Die Begründung des Moratoriums ist zur Dissertations-Arbeit des erwähnten Biologen sehr widersprüchlich. Aus diesem Grund staune ich sehr, dass Sie dann noch solche nicht belegbaren Äusserungen einfach so drucken. Ausserdem ist es ebenfalls logisch, dass die Probefänge kaum verletzte Aesche aufweisen, weshalb kann Ihnen der erwähnte Biolog am besten selber mitteilen. Was aber wirklich die Frage ist, wo bleiben die angekündigten flankierenden Massnahmen gegen die Prädatoren rund um Bern? Den im Wohlensee sowie im Niederriedsee wo die Bestände längst nicht mehr dem natürlichen Gleichgeweicht entsprechen werden keine Prädatoren geschossen, obschon uns Fischern flankierende Massnahmen versprochen wurden.

Ein weiterer Höhepunkt in diesem Jahr ist der Nistbaum voller Kormorane gleich neben dem Tierpark Dählhölzli, da schaut man auch lieber weg, statt zu handeln.

Ich hoffe sehr, dass es auch zukünftig Fischer gibt, die trotz solchen Tatsachen sich aktiv bei der Aufzucht von Forellen, Aeschen und vilen anderen Arten beteiligen. Den nur so können wir ein lebendiges Wasser garantieren.

Ein Fischer
 
Schneider Markus
  Sehr geehrter Herr Luther
Die Aussage, dass sich der Bestand gemäss den Probefängen verbreitert hat, scheint sich zu bestätigen. Jedoch die Verluste durch die Vögel kann ich so nicht akzeptieren. Gestützt auf Zahlen und Beobachtungen von Fischerkollegen die sich auch Aktiv als Fischer an den Probefängen einsetzen ist kein Rückgang der fischfressenden Vögel zu beobachten. Durch das Moratorium haben es jetzt sicher einige Tiere geschafft älter zu werden, dies alleine ist jedoch noch keine quantitative Angabe, dass weniger Fische den Vögel zum Opfer fallen. Die Beobachtungen von Fischern über die Anzahl der Vögel stimmt uns nicht gleichermassen optimistisch.Im Besonderen auf der Moratoriumsstrecke werden die Möglichkeiten bezüglich Vergrämung nicht konsequent durchgesetzt. Dies kann nicht alleine Aufgabe der Fischer sein!
Ist die Angabe bezüglich Verlust nicht zu vorschnell ausgefallen?
Mit Ihrer Aussage werden doch alle Aktionen die eventuell zu einer Lösung des Problems führen könnten mit einem Rückenschuss erledigt.
Hat doch seit kurzer Zeit gerade der SFV
viel Aktivität in diese Richtung entwickelt (auch politisch) und unterstützt vermehrt die kant. Verbände, Pachtvereinigungen und Vereine. Machen wir uns doch lieber weiterhin Gedanken wie wir einen aktiven Beitrag leisten können und unterstützen den Prozess zur Problemlösung. Bei Erfolg kommt Lob und Jubel von selbst.
Markus Schneider / Mitglied Vorstand PV Bern
 

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