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Angeltechnik - Egli

Auf die Grossen

Christopher Görg mit einem satten 40er!

Mit der richtigen Köderwahl und Technik sind auch im Winter schöne Eglifänge möglich.

Der Topköder für den Winter: Gummifisch am Bleikopf. Ob Action-Shads mit Schaufelschwanz oder No-Action-Shads mit Gabelschwanz besser fangen, erfährt man durch Ausprobieren.

Dem quirligen Spiel eines Twitchbaits können auch grosse Egli selten widerstehen.

01.02.10 | Rund ums Jahr die Egli zu finden und zu fangen, ist für sich schon eine beachtliche Herausforderung – regelmässig grosse Exemplare zu fangen, gelingt nur erfahrenen Spezialisten. Christopher Görg ist einer von ihnen und er gibt Ihnen einen Einblick in seine Technik und Taktik rund ums Jahr.

 

Um grosse Egli gezielt zu fangen, sind nach meiner Erfahrung die richtige Köderwahl und gute Gewässerkenntnisse entscheidend. Die Erfolg versprechende Angeltechnik und die fängigen Köder ändern sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten. Eine breite Auswahl an Gummiködern und Wobblern ist daher unerlässlich, um die Kapitalen regelmässig überlisten zu können.

 

Winter

 

Im Winter stehen die Egli in der Regel in Grundnähe und in Tiefen bis gegen fünfzig Meter. Im kalten Wasser hält sich ihr Aktivitätsradius in Grenzen. Um die Fische in der Tiefe zu suchen, eignen sich Gummiköder am Bleikopf. Diese Köder gelangen schnell in die Tiefe zu den Fischen und lassen sich verführerisch auf der Stelle bewegen.

 

Ob Gummiköder mit viel oder wenig Eigenaktion fangen, muss immer erst ausprobiert werden. Fangen an einem Tag Action-Shads, also Gummifische mit einem Schaufelschwanz, beissen die Barsche am nächsten Tag wieder besser auf so genannte «No-Action-Shads» mit Gabelschwanz. Gummiköder entwickeln ihr fängigstes Spiel, wenn man sie mit Zupfern aus dem Handgelenk über den Grund hüpfen lässt.

 

Was für die Aktion der Gummiköder gilt, gilt auch für die Köderführung: Jeden Tag muss erst einmal ausprobiert werden, ob die Egli auf eine lebhafte Aktion mit starken Zupfern ansprechen, oder ob sie besser auf eine subtilere Köderführung reagieren.

 

Das Gewicht des Bleikopfs muss dabei der Wassertiefe angepasst werden. Als grobe Faustregel gilt: Je tiefer die Egli stehen, desto schwerer der Bleikopf. Zudem hat auch die Form des Gummiköders einen Einfluss auf das Gewicht des Jigkopfs. Zum Fischen mit Action-Shads in einer Tiefe von acht bis zwölf Metern sind Bleiköpfe mit 10 bis 15 Gramm zu empfehlen. Bei No-Action-Shads kann das Gewicht etwas leichter ausfallen, da sie der fehlende Schaufelschwanz schneller zum Gewässergrund absinken lässt.

 

Frühling

 

Mit steigenden Wassertemperaturen im Spätfrühling ziehen die Egli in flachere Gewässerabschnitte. Hier fische ich praktisch ausschliesslich mit Wobblern. Den Wobblertyp passe ich dem Aufenthaltsort und Jagdverhalten der Egli an. Je nach Situation biete ich meinen Köder knapp unter der Wasseroberfläche bis in Tiefen von vier Metern an.

 

Wenn ich nicht genau weiss, wo sich die gestreiften Räuber aufhalten, verwende ich dickbäuchige Wobbler. Sie machen sich mit intensiven Druckwellen bemerkbar. Alle diese Wobbler entfalten ihr fängigstes Spiel, wenn sie gleichmässig eingekurbelt werden. Es lohnt sich, Modelle mit verschiedenen Tauchtiefen auszuprobieren. So kann man in kurzer Zeit eine grosse Wasserfläche nach beisswilligen Egli absuchen.

 

Sommer

 

Im Sommer gehen Egli oft an der Wasseroberfläche auf Beutejagd. In Trupps schiessen sie in die Schwärme kleiner Weissfische, welche dann panisch flüchten und sogar aus dem Wasser springen. In den frühen Morgenstunden und spät abends sind die Treibjagden der Egli besonders häufig zu beobachten. Die grossen Fische beteiligen sich oft nur passiv an dieser Jagd. Entfernt sich ein unvorsichtiges Fischchen vom Rest des Schwarms, schlagen sie gnadenlos zu. 

 

Lassen sich diese Treibjagden beobachten, verwende ich gerne zigarrenförmige Wobbler ohne Tauchschaufel. Diese Köder werden mit regelmässigen Rucken aus dem Handgelenk zügig eingeholt und laufen dicht unter der Wasseroberfläche. Die nervösen Zick-Zack-Bewegungen die sie dadurch vollführen, ähneln dem panischen Fluchtverhalten der kleinen Weissfische.

 

Bei dieser Technik ist es wichtig, dass man den Anhieb erst setzt, wenn der Fisch in der Rute spürbar ist. Viele Fischer machen den Fehler, dass sie anschlagen, sobald ein Egli den Wobbler attackiert. Häufig kommt es aber vor, dass ein Fisch mehrmals nach dem Köder schnappt, bis einer der Haken im Maul festsitzt. Solange der Fisch nicht eindeutig hängt, muss der Wobbler unbedingt weiter gezupft werden Erst wenn die Rute krumm ist, kommt der Anhieb!

 

Herbst 

 

Im Lauf des Sommers sind die jungen Weissfische gut abgewachsen und haben eine Länge von fünf bis acht Zentimeter erreicht. Viele der gestreiften Räuber haben sich an den Kleinfischen satt gefressen und sind dadurch wählerisch geworden. Nun kommt die grosse Zeit der Wobbler, die nicht gleichmässig, sondern abwechslungsreich und ruckartig geführt werden. Die verblüffend natürlich wirkenden Köder verlocken mit ihrem quirligen Laufstil auch «erfahrene» Rehlig zum Biss.

 

Diese Köder werden mit kurzen kräftigen Rucken aus dem Handgelenk geführt. Dadurch zucken sie durchs Wasser wie ein krankes Fischchen. Die meisten dieser Köder sind Suspender, die bei einer Pause auf der Stelle schweben. Es lohnt sich mit diesen Ködern regelmässig kurze Stopps einzulegen. Sehr oft attackieren die Räuber den Wobbler nämlich während dieser Ruhephasen.

 

Manchmal sind allerdings sinkende Wobbler der Schlüssel zum Erfolg. Wenn sich die Egli bei fallenden Wassertemperaturen in tieferes Wasser zurückziehen, kann ein sinkender Wobbler Wunder wirken. Beliebte Rückzugsplätze der Egli findet man unter Booten und Stegen sowie in der Umgebung versunkener Bäume. Hier sollte man seinen Wobbler absinken lassen und mit kurzen Zupfern zum Leben erwecken. Bei dieser Technik fallen die Bisse oft heftig aus.

 

Farben und Grössen

 

Nun haben wir für jede Jahreszeit und Gewässertiefe den passenden Köder. Da bleibt nur noch die Frage nach der richtigen Köderfarbe und -grösse. Da wir es ja in erster Linie auf die grossen Egli abgesehen haben, darf der Köder ruhig etwas grösser gewählt werden. Wobbler und Gummifische in Längen von 7 bis 10 Zentimetern sind nach meiner Erfahrung eine gute Wahl für den Fang der Räuber über der 40-Zentimeter-Marke.

 

Bei der Köderfarbe sind natürliche Dekors klar im Vorteil. Die Kleinfisch-Imitation sollte in ihrem Aussehen der natürlichen Beute möglichst nahe kommen. Silberne, olivgrüne und blaue Farbtöne, kombiniert mit schimmernden Flanken, funktionieren nach meiner Erfahrung das ganze Jahr über.

 

Ein Tipp noch zum Schluss: Besonders die kapitalen Egli-Exemplare haben ihre kleinen Artgenossen zum Fressen gern. Imitationen von Kleinbarschen dürfen daher in Ihrer Köderbox auf keinen Fall fehlen. Schon manches kapitale «Egli-Grosi» hat sich an einem Egli-Wobbler die Zähne ausgebissen.

 

Autor: Christopher Görg

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